"Krawatten-Infos"

Die Historie

Zwar liebten es schon die alten Chinesen und Ägypter, sich ein Stück Stoff um den Hals zu knoten. Die Geburtsstunde der Krawatte, wie wir sie heute nennen, hat allerdings erst viel später geschlagen und zwar in Frankreich. 1663 soll Ludwig XIV. fasziniert die Uniformen von kroatischen Reitersoldaten bestaunt haben. Sie trugen ein Tuch, das um den Hals gebunden wurde, die Enden hingen herunter. Das gefiel dem Sonnenkönig. Er übernahm die "croata" der Kroaten als Accessoire für seine Garderobe und brachte die "cravate" zunächst in französischen Adelskreisen, später in ganz Europa, groß in Mode.

Wussten Sie eingentlich ...

- dass Krawatten während der Französischen Revolution ein Erkennungssymbol waren? Der Adel trug weiße Krawatten, die Arbeiter rote Tücher.
- dass britische Schulkinder gegen ihre Uniform rebellieren, indem sie die Schulkrawatten extrem kurz, superdick oder auch verkehrt herum binden?
- dass Krawatten im Traum für Halsschmerzen und Atemnot stehen?
- dass weltweit pro Jahr 800 Millionen Krawatten verkauft werden?dass der Deutsche im Schnitt drei Krawatten besitzt? In Amerika und Japan hingegen verfügt der Mann über acht

Krefeld, Samt und Seide

80 Prozent aller in Deutschland gefertigten Krawatten kommen aus Krefeld. Seit 1965 küren die Niederrheiner den Krawattenmann des Jahres. Der erste war übrigens TV-Urgestein Hans-Joachim Kulenkampff (1921-1998). Der aktuelle ist Ex-Gentleman-Boxer Henry Maske. Im Jahr davor war es Roger Cicero. 2003 hob das deutsche Krawatteninstitut sogar die ganz Fußballmannschaft von Borussia Mönchengladbach aufs Ehrentreppchen.

Seidener Luxus

"Ein Mann ist soviel wert wie seine Krawatte. Durch sie enthüllt sich sein Wesen. in ihr manifestiert sich sein Geist", so Honore de Balzac (1799-1850). An den Krawatten von Pietro Baldini hätte der französische Schriftsteller seine wahre Freude gehabt. In dem Traditionshaus in Barcelona entsteht die wohl luxuriöseste Krawatte der Welt mit Namen Diamont, der Rolls-Royce unter den Seidenbindern ist ein Seven-Folder mit Diamant. Ein Viereck aus Seide wird sieben Mal gefaltet bis die typische Stärke und Form entsteht. Mit einem 0,01 Karat Diamanten kostet sie 8.000,- Euro. Für eine Diamant mit vier Karat müssen satte 99.900,- Euro hingelegt werden.

Knotenkunde

Die beiden Cambridge-Physiker Thomas Fink und Yong Mao (Die 85 Methoden eine Krawatte zu binden, Hoffmann und Campe Verlag) haben ausgerechnet, dass es 85 mögliche Arten gibt, eine Krawatte zu knoten. Doch nur 13 davon schafften es durch die ästhetische Zensur. Der bekannteste Knoten ist neben dem Four-in-hand (auch einfacher Knoten genannt), der Windsor-Knoten. Im Trend liegen im Moment (Herbst/Winter 2009/2010) passend zu den trendigen schmalen Krawatten kleine Knoten - wie der Kentknoten.

 

Stolze Träger

Für viele ist die Krawatte ein lästiger Teil der Bürouniform. Manche aber lieben das kleine Stück Seide und tragen es ohne Zwang und mit größtem Vergnügen - Brad Pitt,  Roger Cicero oder Minister zu Guttenberg zum Beispiel. Frauen übrigens auch. Marlene Dietrich machte den Damenbinder in den 30ern salonfähig. Katharina Thalbach oder Pop-Röhre Avril Lavigne übernahmen das Accessoire.